900 Jahre Grafschaft Sponheim
Die Anfänge der Grafschaft Sponheim: Wer war mit wem verwandt?
Die Grafschaft Sponheim entstand im frühen 12. Jahrhundert durch die Ehe von Meginhard von Spanheim und Mechthild von Mörsberg, einer Erbin aus der Familie der Grafen von Nellenburg. Das Diagramm zeigt, wer in dieser Geschichte mit wem verwandt war. Durchgezogene Linien sind belegt, gestrichelte erschlossen oder vermutet.
Hedwig von Nellenburg
Nichte Heinrichs II.
Eberhard III. der Selige
† 1078, Graf von Nellenburg
Kloster, um 1040
Hartwig von Spanheim
Erzbischof v. Magdeburg
†1102
Hermann von Spanheim
Burggraf von Magdeburg,
Onkel/Vormund
Stephan II.
⚭ Sophie, † ~1095
Dietrich
† 1105, Mömpelgard
Bruno von Lauffen
Nellenburger,
Erzbischof v. Trier
† 1124
Burkhard III.
† 1101, Graf von Nellenburg
Richardis
⚭ Rudolf I., Graf von Stade
Adalbert von Nellenburg
nach dem Tod Dietrichs Graf von Mörsberg
Graf von Dill
⚭ Mechthild v. Mömpelgard
Jutta von Sponheim
Schwester von Meginhard
*~1092, ab Nov. 1112 Inklusin
Meginhard (Meinhard) von Spanheim
*1085–90
ab 1128 Graf von Sponheim
Mechthild von Mörsberg
*~1092–97
Erbtochter
Uda v. Göllheim
Witwe, † 1109
aus der Verwandtschaft der Grafen von Stade
Hildegard von Bingen
*1098, ab Nov. 1112 Oblatin
Das Diagramm
Verwandtschaftsbeziehungen der Spanheimer und Nellenburger im 11. und 12. Jahrhundert. Jeder Pfeil ist zu lesen als „A ist … von B“.
Legende:
- Durchgezogen: in den Quellen belegt
- Gestrichelt: erschlossen oder vermutet
- Blau: Dynastie der Spanheimer bzw. später Sponheimer
- Beige: Dynastie der Nellenburger und Mörsberger
- Grau: Kloster und Umfeld Juttas
Zeitleiste
Von der Geburt Meginhards (1085–90) bis zur Übergabe des Klosters Schwabenheim 1130 liegen rund vierzig Jahre. Die Zeitleiste zeigt, wie aus dem Mündel im Magdeburger Umfeld der Graf von Sponheim wurde. Wichtige Stationen sind der Aufstieg seines Schwiegervaters Adalbert zum Grafen (1105–1111), das Wormser Konkordat 1122, der Wechsel der Kirche Sponheim an St. Alban in Mainz 1124 und der Titel „Graf von Sponheim“ ab 1128. Einige Daten sind aus Altersangaben berechnet, die Heirat um 1109 ist eine Annahme und als solche gekennzeichnet.
Quellen und Stand
Diese Übersicht beruht auf einer Zusammenstellung von Urkunden und Forschungsliteratur zur Frühzeit der Grafschaft Sponheim. Sie ist unvollständig und wird weitergeführt. Stand: September 2026.
Grundlage sind:
- Heinrich Witte: Über die älteren Grafen von Spanheim und verwandte Geschlechter. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 11, 1896.
- Franz Ludwig Baumann (Hrsg.): Die ältesten Urkunden von Allerheiligen in Schaffhausen, Rheinau und Muri. Quellen zur Schweizer Geschichte, Band 3, 1883.
- Dom Michel Félibien: Histoire de l’abbaye royale de Saint-Denys en France, Paris 1706 (Urkunde des Grafen von Mörsberg an Saint-Denis).
- Martina Rommel: Pfaffen-Schwabenheim. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz (klosterlexikon-rlp.de), für die Gründung und Geschichte des Klosters Pfaffen-Schwabenheim.
Was gesichert ist und was nicht
Durchgezogene Linien im Diagramm und Angaben ohne Zusatz beruhen auf den genannten Quellen. Gestrichelte Linien und Angaben mit „erschl.“ oder „~“ sind aus den Quellen abgeleitet oder Annahmen. Dazu gehören:
- die Heirat Meginhards und Mechthilds um 1109,
- die Geburtsjahre, die aus Altersangaben in den Urkunden berechnet wurden,
- die Stellung Brunos von Trier und Burkhards III. innerhalb der Nellenburger Familie,
- die Vormundschaft Hartwigs von Magdeburg und Hermanns.
Zu Eberhard dem Seligen: In der Literatur wird er teils als Eberhard III., teils als Eberhard VI. von Nellenburg gezählt. Die Zählung ist nicht einheitlich. Hier steht bewusst nur „Eberhard der Selige“. Die Angabe einer lokalen Ortschronik, seine Mutter Hedwig habe in zweiter Ehe einen Grafen Eberhard II. von Sponheim geheiratet, wurde nicht übernommen, da hierfür nur eine einzige Quelle vorliegt.