Unsere Projekte
Evangelische Kirche Pfaffen-Schwabenheim
Restaurierung der „Pützerkirche“
Ein bedeutendes Beispiel für ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt ist die Restaurierung der Evangelischen Kirche Pfaffen-Schwabenheim (Gustav-Adolf-Kirche oder nach dem Architekten „Pützerkirche“). Dank zahlreicher Unterstützer und dem Einsatz unserer Fördergemeinschaft erstrahlt sie heute wieder in altem Glanz und frischen Farben.
❖ ❖ ❖
Evangelische Kirche Pfaffen-Schwabenheim

Die Evangelische Kirche in Pfaffen-Schwabenheim wurde 1908 nach den Entwürfen des Architekten Friedrich Pützer errichtet. Über die Jahrzehnte hinweg erfuhr das Gebäude verschiedene bauliche Veränderungen und Renovierungen.
Die jüngste Restaurierung, die zwischen 2022 und 2024 durchgeführt wurde, hatte das Ziel, die ursprüngliche ornamentale Ausmalung aus der Erbauungszeit wiederherzustellen, die Kirche funktional zu erweitern und eine barrierefreie Nutzung zu ermöglichen.
Dieses umfassende Sanierungsprojekt wurde unter Einhaltung denkmalpflegerischer Grundsätze realisiert und stellt einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes Pfaffen-Schwabenheims dar.
Historische Bedeutung und Notwendigkeit der Restaurierung

Die Kirche wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts als zentrales Gotteshaus für die evangelische Gemeinde errichtet. Besonders prägend für das Erscheinungsbild waren die kunstvollen Wand- und Deckenmalereien des Berliner Künstlers Paul Gathemann, die in den 1950er Jahren bei einer Renovierung überstrichen wurden. Die zunehmende bauliche Abnutzung und strukturelle Veränderungen, insbesondere durch die Umnutzung des alten Gemeindehauses, machten eine umfassende Sanierung erforderlich.
Im Zuge der Restaurierung wurden mehrere Schwerpunkte gesetzt:
- Freilegung und Wiederherstellung der ursprünglichen Wand- und Deckenbemalung
- Barrierefreie Erschließung der Kirche durch den Einbau eines Treppenlifts und einer barrierefreien Außentoilette
- Integration von Gemeinderäumen zur multifunktionalen Nutzung des Kirchengebäudes
- Substanzsicherung und Modernisierung der Gebäudestruktur
Restaurierungsmaßnahmen im Detail

1. Zustandserfassung vor der Restaurierung
Vor Beginn der Arbeiten wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass die in den 1950er und 1980er Jahren aufgetragene Dispersionsfarbe die historischen Farbschichten versiegelte und Feuchtigkeitsprobleme verursachte. Zudem waren Risse in den Wänden, Abplatzungen des Putzes und starke Verschmutzungen der Holzelemente sichtbar.
2. Freilegung der historischen Wand- und Deckenbemalung
Ein zentrales Ziel war die Wiederherstellung der ursprünglichen Ausmalung. Durch präzise Freilegungen wurde die ornamentale Gestaltung des Kircheninnenraums in ihrer Originalfassung rekonstruiert. Die Rautenmuster im Sockelbereich, farbige Ornamentbänder sowie die Darstellung der Evangelistensymbole wurden anhand historischer Befunde detailgetreu nachgebildet.
3. Erhalt und Neufassung der Holzoberflächen
Die Holzflächen, insbesondere die Kanzel, Emporenbrüstungen und Deckenbalken, wurden sorgfältig gereinigt, restauriert und farblich neu gefasst. Die ursprünglichen Farbkonzepte von 1908 wurden dabei berücksichtigt und nach denkmalpflegerischen Vorgaben umgesetzt.
4. Barrierefreie Erschließung und Nutzungserweiterung
Um die Kirche für alle Besucher zugänglich zu machen, wurde ein Lift integriert, der den Zugang zur Eingangsarkade sowie zu einem neuen Durchbruch in der Nordmauer ermöglicht. Zudem wurde eine Außentoilette installiert, die sich gestalterisch in die historische Bausubstanz einfügt.
Der zuvor ungenutzte Außenbereich der Kirche wurde zu einem multifunktionalen Raum umgestaltet und kann nun für Gottesdienste im Freien sowie für weitere Veranstaltungen genutzt werden.
Abschluss und Bedeutung der Restaurierung

Nach mehrjähriger Planungs- und Bauphase wurde die Restaurierung der Evangelischen Kirche in Pfaffen-Schwabenheim 2024 abgeschlossen. Das Gebäude erstrahlt nun wieder in seinem ursprünglichen farblichen Glanz, während gleichzeitig moderne Nutzungsanforderungen berücksichtigt wurden.
Die Kirche bleibt damit ein zentrales Wahrzeichen des Ortes und ein wichtiger Ort der Gemeinschaft. Dank der gelungenen Balance zwischen Erhalt und behutsamer Erneuerung konnte die Kirche sowohl als kulturelles Denkmal als auch als lebendiger Begegnungsraum für die Gemeinde nachhaltig gesichert werden.
Die Restaurierung war nur durch das Engagement zahlreicher Fachleute, die Unterstützung der Kirchengemeinde und großzügige Spenden möglich. Dieses Projekt zeigt, wie durch behutsame Sanierung und Respekt vor der Baugeschichte historische Bauten für kommende Generationen erhalten werden können.