Chorale Augustiniense

Gregorianischer Choral in der Tradition der Augustiner-Chorherren

Gelebte Tradition

Die Chorale Augustiniense bewahrt das Erbe der Augustiner-Chorherren und hält die Tradition des gregorianischen Chorals lebendig. In der Klosterkirche von Pfaffen-Schwabenheim erklingt ihr Gesang als Ausdruck von Gebet und Gemeinschaft – besonders bei der regelmäßigen Komplet.

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Die Chorale Augustiniense

Die Choralschola Chorale Augustiniense ist eine offene Gemeinschaft von Sängern, die sich der Pflege des gregorianischen Chorals als Ausdruck gelebter Spiritualität widmet. Sie führt die jahrhundertealte Tradition der Augustiner-Chorherren fort, die das geistliche Zentrum von Pfaffen-Schwabenheim prägten. Als Teil der Fördergemeinschaft Kirchen, Klosteranlagen und Kulturdenkmäler Pfaffen-Schwabenheim e.V. verbindet die Choralschola musikalische Andacht mit lebendiger Geschichte.

Mitglieder der Chorale Augustiniense

Die Chorale Augustiniense besteht aus folgenden Sängern:
(Stand: Februar 2025)

  • Mathias Behrens
  • Martin Brunk
  • Florian Guerinot
  • Hermann Günster
  • Clemens Kadura
  • Konrad Meder
  • Franz-Josef Metz
  • Josef Nürnberg
  • Klaus Peper (Scholaleiter)
  • Norbert Theis
  • Michael Zeh
  • Adalbert Zimmer

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Mitsingen und Mitgestalten

Wer Freude am gregorianischen Choral hat und sich für diese besondere Gesangstradition interessiert, ist eingeladen, Teil der Chorale Augustiniense zu werden. Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich – entscheidend sind Begeisterung für den Gesang und die Bereitschaft, regelmäßig an Proben teilzunehmen. Interessierte können gerne eine Probe besuchen und den Choral selbst erleben.

Kontakt & Informationen

Für Anfragen wenden Sie sich gerne an den Leiter der Chorale Augustiniense, Klaus Peper (kpeper@t-online.de), oder an den Vorsitzenden der Fördergemeinschaft Kirchen, Klosteranlagen und Kulturdenkmäler Pfaffen-Schwabenheim e.V., Norbert Theis (Tel.: 06701/7877).

Wer mehr über das Chorgebet sowie den kirchengeschichtlichen und musikalischen Hintergrund erfahren möchte, hat an ausgewählten Festtagen die Möglichkeit, an einer Einführung im Oratorium teilzunehmen. Diese wird von Klaus Peper geleitet.

Historie​

Der Orden der Augustiner-Chorherren

Schon in der frühen Christenheit schlossen sich Mönche zu klösterlichen Gemeinschaften zusammen. Neben den völlig einsam lebenden Einsiedlern entstanden so geistliche und wissenschaftliche Zentren, die von Fürsten und Bischöfen gefördert und mit Einkünften ausgestattet wurden. Manche Ordensgemeinschaften sind bis heute durch ihren Gründer und ihre historische Bedeutung bekannt, etwa die Benediktiner (Benedikt von Nursia) oder die Franziskaner (Franz von Assisi). Zu diesen bedeutenden Ordensfamilien gehören auch die Augustiner-Chorherren, die dem heiligen Augustinus folgen.

Im Gegensatz zu Mönchen, die meist abgeschieden von der Welt lebten, übernahmen die Augustiner-Chorherren seelsorgerische Aufgaben in Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen. Sie waren nicht nur Geistliche, sondern auch Gelehrte und Seelsorger, die das religiöse Leben aktiv mitgestalteten. Ihre Mitglieder wurden als canonicus (lat. für „Kanoniker“) bezeichnet – ein Begriff, der auf ihre Zugehörigkeit zu einer Priestergemeinschaft verweist.

Auch in Pfaffen-Schwabenheim prägten die Augustiner-Chorherren das geistliche Leben über Jahrhunderte. Sie waren vor allem für die seelsorgerische Betreuung der Pfarreien in der Grafschaft Sponheim verantwortlich und machten ihr Kloster zu einem Zentrum des Glaubens und der Bildung.

Die Bedeutung des Ordens zeigt sich auch in den Namen seiner bekanntesten Mitglieder: Hadrian IV., der einzige Papst englischer Herkunft, sowie Theologen und Mystiker wie Thomas von Kempen, Johannes Ruysbroek und Erasmus von Rotterdam. Martin Luther, der ebenfalls Augustiner war, gehörte hingegen dem Bettelorden der Augustiner-Eremiten an.

(Text nach einer Broschüre der Éditions du Signe, Straßburg)